Der Klout-Score macht dicht – Und jetzt? Das sind die Alternativen


Ausgerechnet an dem Datum, an dem die Datenschutzgrundverordnung in Europa greift, schaltet Klout den Server ab. Hinter Klout stand ein 2009 gegründetes Startup, das den Einfluss von Social Media Profilen mit einem eigenen Score gemessen hat. Das Unternehmen selbst wurde im Jahr 2014 für 200 Millionen Dollar von Lithium Technologies gekauft. Dieses verantwortet auch die Beendigung des Services. Lesen Sie im folgenden Artikel, warum Klout den Service beendet, welche Vorteile daraus entstehen und welche Alternativen Sie heute haben.

Warum der Klout-Score beendet wird

Das Unternehmen Lithium Technologies bietet Softwarelösungen rund um Social Media Kommunikation. Dabei stellt es den Kunden immer in den Mittelpunkt der Prozesse. Mit der Akquisition von Klout im Jahr 2014 konnte es Kompetenzen und Algorithmen für Künstliche Intelligenz erwerben. Um die kundenzentrierte Social Media Kommunikation kontinuierlich zu verbessern, waren und sind die Daten von Klout hochrelevant. Schließlich zeigen sie, welche Form der Kommunikation dazu führt, dass der Einfluss der Social Media Accounts an Bedeutung gewinnt. Diese Informationen werden vermutlich heute in die Lithium Software einfließen. Der Klout-Score selbst wird damit mittelbar nur noch den Kunden von Lithium zur Verfügung gestellt. Peter Hess, CEO von Lithium, stellte ebenso heraus, dass der Klout-Index selbst nicht zur Langfrist-Strategie des Unternehmens passt. Trotzdem erwähnte er, dass Lithium an einem neuen Score arbeitet, der auf Twitter basiert.

Die Unzulänglichkeiten des Klout-Index

Um ehrlich zu sein, habe ich mich hin und wieder selbst geärgert, wenn der eigene Klout-Score nach einer Social Media Urlaubswoche mal wieder um 4 bis 5 Punkte nach unten gepurzelt ist. So gesehen ist es für viele „Digitalexperten“ eine Befreiung aus den Fesseln des Klout-Scores, der täglich überprüft wurde. Auch diverse Agenturen, die bis dato den Klout-Score dazu einsetzten, die Effektivität der betreuten Social Media Accounts ihrer Kunden zu messen, fallen nunmehr in ein schwarzes Loch der Unwägbarkeiten. Es sei denn – und das ist jeder Agentur zu raten – sie setzen neben dem Klout-Index weitere KPIs ein, die den Erfolg ihrer Arbeit nachweisen oder zumindest messbar machen. Da sich der Index nicht wirklich hinter die Karten schauen ließ, wie der Score sich exakt berechnet, war und ist der Wert auch nur ein Behelf, der viel Platz für sinnvollere KPIs lässt. Darüber hinaus hatte der Klout-Index einige Unzulänglichkeiten. Dazu gehörte zum Beispiel, dass WordPress-Blogger nur dann messbar waren, wenn sie direkt über die WordPress-Webseite ihre Blogs betrieben. Professionelle Blogger, die eigene WordPress-Instanzen hosten, konnten damit nicht in den Index integriert und messbar gemacht werden. Ebenso musste man sich auf Facebook dafür entscheiden, entweder das Facebook-Profil oder eine Facebook-Seite mit dem Service zu verbinden. Mir sind eine Menge Social Media Influencer bekannt, die zig Facebook-Seiten administrieren und erst dadurch einen enormen Einfluss auf bestimmte Themen haben. Die Analyse von Themen und das Auffinden von Influencern über die Klout-Website war die dritte Unzulänglichkeit. Die Suchfunktionen und die Suchergebnisse sind nur schlecht nutzbar. Ebenso waren die Themenvorschläge, die Klout dem eigenen Account zuwies zum Teil falsch. Aus den genannten Gründen und aufgrund der Beendigung des Services macht es Sinn, nach Alternativen Ausschau zu halten.

Die Alternativen zum Klout-Index

Im Folgenden habe ich ein paar alternative Lösungen zusammengestellt, die zum Teil kostenlos und zum Teil kostenpflichtig sind. Bei der Beobachtung dieses Marktes lässt sich schnell erkennen, dass die Big Data Analytics Anbieter fast alle eigene Indizes entwickelt haben, die sie innerhalb ihrer Lösung anbieten. So wurden auch weitere Indizes, die ursprünglich so wie Klout als Startup gestartet sind mittlerweile von großen Software-Anbietern gekauft und integriert.

PeerIndex von Brandwatch

Ebenso wie Klout war PeerIndex ursprünglich ein gratis nutzbares Tool, um den Einfluss von Social Media Profilen zu messen. Der Social Media Monitoring Anbieter Brandwatch hat das Unternehmen 2014 gekauft und mittlerweile komplett in ihre Lösung integriert.

https://www.brandwatch.com/p/peerindex-and-brandwatch/

 

Kred

Neben PeerIndex und Klout war und ist Kred das dritte große Social Media Influence Tracking Tool. Es misst die beiden KPIs „Influence“ und „Outreach“. Mit Hilfe der Verbindung von Twitter oder Facebook lässt sich Kred gratis einsetzen.

http://home.kred/

 

Social Selling Index von LinkedIn

Linkedin bietet mit dem Social Selling Index eine Möglichkeit, den eigenen Linkedin-Account zu messen. Die Metrik soll dabei helfen, die Effektivität der eigenen Marke, der Vernetzung mit den „richtigen“ Personen und den Aufbau von Beziehungen zu verstehen und zu optimieren.

https://www.linkedin.com/sales/ssi

 

Traackr

Eine zwar teure aber sehr professionelle Lösung zur Messung von Influencern bietet Traackr. Neben der Messung eigener Social Media Accounts besteht die Möglichkeit, Themen-Influencer und ihre Netzwerke zu identifizieren.

http://www.traackr.com/

 

Der sinnvollste Ersatz von Klout

Vermutlich setzen Sie bereits auf ein komplettes KPI-Set, dass Ihre Social Media Strategie messbar macht. Denn nur wer messen kann, kann sich auch verbessern. Ich rate dazu, die Kennzahlen-Systeme immer an den eigenen Zielen auszurichten bzw. sie davon abzuleiten. Verlassen Sie sich nicht allein auf öffentliche Indizes. Für alle Kanäle, die Sie in Ihrer Social Media Strategie bespielen, brauchen Sie eigene KPIs. Die Kanal-KPIs werden in einem nächsten Schritt zu übergreifenden KPIs aggregiert. Letztlich hat Klout nach einem ähnlichen Prinzip gearbeitet und alle Sub-KPIs in einem einzigen Score aggregiert, nur dass Sie bei Ihrer eigenen KPI-Strategie auch wirklich wissen, was sich hinter Ihrem Score verbirgt.

 

 

Previous MUST READ April 2018 – Neue Studien zur Digitalen Transformation, Hannovermesse, Blockchain für Flüchtlinge
Next MUST READ MAI 2018 – Die deutsche Digitalstrategie, Arbeit in der Zukunft und mehr